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Waldbrand auf Kreta: So könnt Ihr jetzt helfen

4. August 2026 Franzi 6 Min. Lesezeit
Agia Galini auf Kreta - Südküste

Stand: 4. August 2026

Hallo Ihr Lieben,

heute gibt es keinen klassischen Kreta-Reisetipp. Seit den Bränden im Süden der Insel bekomme ich immer wieder dieselben zwei Fragen: Kann ich meinen Urlaub überhaupt noch antreten? Und wie kann ich helfen?

Beides beantworte ich hier. Die kurze Version vorweg: Fahrt hin. Und wenn Ihr ein paar Euro entbehren könnt, spendet.

Denn die schweren Brände haben Menschen, Natur und Landwirtschaft getroffen. Besonders erschütternd: Zwei Feuerwehrleute kamen bei den Löscharbeiten ums Leben. Sie verloren im dichten Rauch die Orientierung und wurden in ihrem Fahrzeug von den Flammen eingeschlossen. Beide stammten aus der Gegend, in der sie im Einsatz waren.

Solltet Ihr Euren Kreta Urlaub jetzt absagen?

Nein. Bitte sagt ihn nicht vorschnell ab.

Kreta ist über 250 Kilometer lang. Betroffen war ein Streifen im Süden der Region Rethymno. Der Norden mit Chania, Rethymno-Stadt und Heraklion, der Osten rund um Agios Nikolaos und der Westen sind vom Feuer nicht berührt.

Der große Waldbrand im Süden ist inzwischen unter Kontrolle. Aktuell liegen keine Gefahrenmeldungen durch neue Feuer vor. Seit dem 2. August läuft die offizielle Schadensaufnahme.

Informiert Euch natürlich vor der Anreise über die Lage an Eurem konkreten Urlaubsort und beachtet die Hinweise der Behörden. Aber eine pauschale Absage hilft niemandem. Im Gegenteil: Gerade jetzt braucht die Region Gäste. Wer storniert, nimmt genau den Menschen das Einkommen, die durch das Feuer ohnehin schon verloren haben.

Auch Agia Galini war betroffen

Für mich war das nicht irgendeine Meldung. Agia Galini ist der Ort, über den ich hier seit Jahren schreibe.

Am Mittwochabend ging über die Notrufnummer 112 eine Warnung heraus, danach wurde der Ort geordnet evakuiert. Das Feuer kam vom Berg herunter, während die Einsatzkräfte Haus für Haus verhinderten, dass die Feuerfront den Ortskern erreicht.

Eine Busflotte brachte die Menschen Richtung Phaistos in die Sporthalle von Moires, wo die Gemeinde eine Notunterkunft mit Feldbetten und Verpflegung eingerichtet hatte. Rund 700 Menschen kamen dort unter, weitere Gäste wurden mit Hilfe von Reiseveranstaltern und Hoteliers in freie Unterkünfte in sicheren Teilen der Insel gebracht. Vom nahen Strand von Agios Pavlos holte die Küstenwache Menschen per Boot heraus, weil die Busse dort nicht mehr hinkamen.

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Kreta Wanderung Agios Pavlos Beach im Süden im April 2026

Der Ort Agia Galini selbst ist glücklicherweise verschont geblieben. Schon am Donnerstag waren die Zufahrtsstraßen wieder offen und die Menschen konnten zurückkehren. Wer jetzt nach Agia Galini fährt, findet einen normal funktionierenden Urlaubsort vor.

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Agia Galini: kleines Dorf, großes Herz – ein Kreta, das man so nicht erwartet.

Deutlich schlimmer traf es die Dörfer im Hinterland und entlang der Küste. In Krya Vrysi wurden Berichten zufolge rund zehn Häuser schwer beschädigt. Auch Melambes, Sactouria,  Agios Georgios  und weitere kleine Dörfer sind betroffen. Dort sind Ernten, Ställe und Wohnhäuser verbrannt.

Anwohner und Geschäftsleute bezeichnen den Brand als eine der schwersten Naturkatastrophen der Region seit Jahren. Viele befürchten, dass sich Landwirtschaft und Tourismus vor Ort erst über Jahre erholen.

Das Amari-Becken: grün, fruchtbar und jetzt schwer getroffen

Wir sind in den letzten Jahren schon öfter durch das Amari-Becken gefahren, haben verschiedene Dörfer besucht und natürlich auch mal in einem Kafenion gesessen.

Ich kenne die Gegend längst nicht so gut wie Agia Galini. Aber eines ist mir in Erinnerung geblieben: wie überraschend grün und fruchtbar diese Region ist. Zuletzt waren wir im April 2026 über Ostern dort – alles so schön grün.

Landwirtschaft und Viehzucht spielen hier eine wichtige Rolle. Olivenbäume, Obstbäume und bewirtschaftete Flächen prägen das Tal.

Wenn dort Feuer wüten, verbrennt deshalb nicht einfach nur Landschaft. Es trifft auch Menschen, deren Lebensgrundlage von dieser Landschaft abhängt.

„Wasser Kreta 2026“: Dafür habe ich gespendet

Die Hilfsaktion läuft über die Griechische Welle Austria, einen humanitären Hilfsverein aus Österreich, der seit Jahren sozial bedürftige Menschen in Griechenland unterstützt. Alle Mitglieder arbeiten ehrenamtlich, und Reise- sowie Verwaltungskosten werden aus privaten Mitteln der Vereinsleitung getragen statt aus Spendengeldern.

Der Verein hat entschieden, gezielt der Feuerwehrstation Agia Fotini/Meronas in der Gemeinde Amari zu helfen. Also genau der Einheit, die zwei ihrer Männer verloren hat.

Für die Hinterbliebenen der drei in Griechenland ums Leben gekommenen Feuerwehrleute hat bereits eine andere griechische Hilfsorganisation eine Gesamtspende von 150.000 Euro zugesagt. Die Griechische Welle Austria konzentriert sich deshalb auf etwas anderes:

Sie stellt der betroffenen Feuerwehrstation zunächst mindestens 500 Euro für Wasser zur Verfügung, in Form von Gutscheinen der griechischen Supermarktkette Sklavenitis.

Trinkwasser für Menschen, die bei über 35 Grad im Rauch stehen. Konkreter geht Hilfe kaum.

Jede weitere Spende erhöht diesen Betrag. Und genau dabei möchte ich helfen.

Wenn Ihr mitmachen möchtet

Empfänger: Griechische Welle Austria
IBAN: AT74 2011 1837 8508 2000
BIC: GIBAATWW
Verwendungszweck: Wasser Kreta 2026

Bitte gebt den Verwendungszweck genau so an. Nur so landet Eure Spende bei der Feuerwehrstation und nicht im allgemeinen Vereinstopf.

Zur Website der Griechischen Welle Austria →

Die Kontodaten stammen direkt aus dem offiziellen Spendenaufruf des Vereins auf seiner Facebook-Seite. Ich stehe mit der Organisation in keiner geschäftlichen Verbindung und bekomme selbstverständlich nichts für diesen Aufruf.

Ich habe selbst gespendet und teile die Aktion, weil ich meine Reichweite nutzen möchte, um die Hilfe vor Ort zu unterstützen.

Und bitte denkt nicht: Meine fünf oder zehn Euro bringen doch nichts.

Wenn 100 Kreta-Freunde jeweils 10 Euro geben, sind das schon 1.000 Euro.

Kreta helfen können wir auch im Urlaub

Noch etwas sollten wir Kreta-Urlauber uns vielleicht häufiger bewusst machen: Wir entscheiden mit, wo unser Urlaubsgeld landet.

Wenn Ihr gerade auf Kreta seid oder demnächst hinfliegt, geht ruhig einmal öfter in eine kleine Taverne oder ins Kafenion. Kauft Olivenöl, Honig, Wein und andere kretische Produkte vor Ort.

Besucht Museen und archäologische Stätten, bucht einen Kochkurs oder einen Ausflug bei einem lokalen Anbieter und seid vielleicht beim Trinkgeld etwas großzügiger.

Und lasst ruhig etwas Platz im Koffer für die Rückreise. Kretische Produkte sind ohnehin die schöneren Souvenirs.

Vielleicht können wir unsere Reise insgesamt etwas bewusster gestalten. Eine familiengeführte Unterkunft. Nur Frühstück und dafür abends eine Taverne. Ein Einkauf beim Produzenten. Ein Kaffee im Kafenion eines kleinen Bergdorfes.

Das sind Kleinigkeiten für uns. Für die Menschen vor Ort sind sie Einkommen.

Jetzt können wir Kreta etwas zurückgeben

Wir bekommen von dieser Insel unglaublich viel: schöne Tage, gutes Essen, Begegnungen und Erinnerungen, die oft viele Jahre bleiben.

Jetzt können wir vielleicht ein kleines bisschen zurückgeben.

Wer kann, spendet für „Wasser Kreta 2026“. Wer gerade nicht spenden kann, teilt den Aufruf. Und wer nach Kreta reist, unterstützt ganz bewusst die Menschen und kleinen Betriebe vor Ort.

Genau dafür möchte ich heute die Reichweite von Franzi liebt Kreta nutzen.

Denn wenn aus vielen kleinen Beiträgen am Ende eine große Hilfe wird, das ist echt so klasse.

Lasst uns die Daumen drücken, dass es keine weiteren Feuer mehr gibt – weder auf Kreta noch in anderen Regionen dieser Welt.

Eure Franzi

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