Kreta Reiseplanung

Zwischenstopp in Athen nach dem Kreta Urlaub – 22 Stunden – lohnt sich das?

28. August 2026 Franzi 9 Min. Lesezeit
Athen November 2019

Hallo Ihr Lieben,

auf dem Rückweg von unserem Kreta Roadtrip im Juni 2019 hatten wir schon bei der Flugbuchung einen Zwischenstopp in Athen eingeplant. Ich war noch nie in Athen und wollte mir endlich die Akropolis anschauen. Statt direkt nach Deutschland zu fliegen, hatten wir knapp 22 Stunden Zeit in der griechischen Hauptstadt.

Ob sich das lohnt, wie Ihr vom Flughafen in die Stadt kommt, wo Ihr wohnen solltet und was ich heute anders machen würde, steht hier. Inklusive der Dinge, die bei uns nicht geklappt haben.

Lohnt sich ein Zwischenstopp in Athen?

Ja, wenn Ihr eine Übernachtung daraus machen könnt. Nein, wenn Ihr nur fünf oder sechs Stunden zwischen zwei Flügen habt.

Der Grund ist die Entfernung. Der Flughafen liegt weit außerhalb, Ihr braucht in jede Richtung gut eine Stunde. Von acht Stunden Aufenthalt bleiben so vier in der Stadt, und die verbringt Ihr mit Blick auf die Uhr.

Für wen es passt: für alle, die ohnehin über Athen zurückfliegen und eine Nacht einplanen können. Für wen nicht: für alle mit knappem Anschluss, mit viel Gepäck oder mit dem festen Wunsch, die Akropolis in Ruhe zu besichtigen. Dafür reicht ein Abend nicht.

Und genau da wird es interessant: Eine Verbindung mit Übernachtung in Athen ist nicht automatisch teurer als der Direktflug. Manchmal ist sie sogar günstiger. Das lohnt sich zu prüfen, bevor Ihr den Rückflug festlegt. Bei uns hielt es sich die Waage, also haben wir es gemacht.

Vom Flughafen in die Stadt: Taxi oder Metro?

Wir hatten vorab ein Taxi gebucht. Der Fahrer wartete mit Namensschild in der Ankunftshalle, und nach etwa einer Stunde durch den dichten Abendverkehr standen wir mitten in Plaka.

Für die Strecke zwischen Flughafen und Zentrum gibt es einen behördlich festgelegten Festpreis statt Taxameter. Stand 28.08.2026 sind das 40 Euro tagsüber und 55 Euro zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens, jeweils inklusive Maut, Gepäck und Mehrwertsteuer. Der Festpreis gilt für das Zentrum, also Plaka, Syntagma und Monastiraki. Bei anderen Stadtteilen kann es abweichen, dann einigt Euch vorher auf einen Preis. Den Taxistand findet Ihr vor Ausgang 3 der Ankunftshalle, und je nach Verkehr dauert die Fahrt 35 bis 50 Minuten.

Wir hatten vorab einen privaten Transfer gebucht. Der liegt über dem Festpreis, dafür wartet jemand mit Schild, und man steht nach einem Flugtag nicht in der Schlange.

Die Alternative ist die Metro. Die Linie 3 fährt vom Flughafen direkt bis Syntagma und Monastiraki, also mitten in die Altstadt. Die Station liegt nur wenige Gehminuten vom Terminal entfernt, für die Fahrt ins Zentrum solltet Ihr etwa 40 Minuten einplanen, und sie fährt im 30-Minuten-Takt. Dazu kommt der Flughafenbus X95, der ebenfalls zum Syntagma-Platz fährt und rund um die Uhr unterwegs ist.

Kurzer Aha-Moment: Für die Flughafenstrecke gilt ein Sondertarif. Das normale Ticket für 1,20 Euro und auch die 24-Stunden-Karte gelten dort nicht, auch wenn Ihr damit sonst durch die ganze Stadt kommt. Wer das nicht weiß, steht am Entwerter mit dem falschen Fahrschein.

Was die Fahrt zum Zentrum kostet, Stand 28.08.2026:

  • Metro, einfache Fahrt: 9 Euro pro Person, Hin- und Rückfahrt 16 Euro
  • Flughafenbus X95: 5,50 Euro pro Person, fährt auch nachts
  • Taxi zum Festpreis: 40 Euro für das ganze Fahrzeug, nachts 55 Euro

Wenn bei der Metro etwas ausfällt, gibt es noch die Vorortbahn Proastiakos, die den Flughafen ebenfalls anbindet. Die Straßenbahn hilft Euch dagegen nicht weiter, sie fährt an die Küste südlich von Athen und nicht zum Flughafen.

Mein ehrlicher Tipp: Rechnen wir es ehrlich durch. Zu zweit kostet die Metro 18 Euro, das Taxi 40 Euro. Es ist also mehr als doppelt so teuer, und wer sparen möchte, nimmt die Metro. Wir haben trotzdem das Taxi genommen, weil wir nach einem Flugtag nicht noch umsteigen und laufen wollten. Am nächsten Morgen sind wir mit den Öffentlichen zurückgefahren, und das war für dann doch etwas umständlicher. Wichtig zu wissen: Nachts fährt die Metro nicht. Bei einer späten Landung bleiben nur der X95 oder das Taxi.

Das unterschätzen viele: das Gepäck

Unsere großen Koffer waren in Heraklion schon bis nach Deutschland durchgecheckt. Wir hatten nur Handgepäck dabei, das war praktisch – wir haben kurz im Hotel eingecheckt und dann ging es los.

Ob das bei Euch klappt, hängt an der Buchung. Ist der Zwischenstopp Teil einer durchgehenden Buchung, wird das Gepäck in der Regel bis zum Endziel durchgecheckt. Bucht Ihr zwei getrennte Flüge, müsst Ihr die Koffer in Athen am Flughafen abholen und am nächsten Tag neu aufgeben.

Klärt das vor der Buchung, nicht am Schalter in Heraklion.

Blick auf die Akropolis in Athen bei Tag
Akropolis am Tag, endlich sehe ich sie

Wo wir übernachtet haben: Plaka mit Akropolisblick

Wir hatten das Attalos Hotel gebucht, und die Lage ist für einen Zwischenstopp ideal: wenige Minuten zum U-Bahnhof Monastiraki, der Syntagma-Platz schnell erreichbar, alles zu Fuß.

Wir hatten Glück und bekamen ein kleines Upgrade auf eine Suite. Das eigentliche Highlight war aber die Dachterrasse mit Blick auf die beleuchtete Akropolis. Da haben wir abends natürlich noch ein Getränk genommen.

Wenn Ihr selbst sucht, achtet weniger auf den Preis als auf zwei Dinge: Laufnähe zu Monastiraki oder Syntagma und eine Dachterrasse. Bei 22 Stunden entscheidet die Lage über alles, denn jede halbe Stunde Anfahrt fehlt Euch am Abend. Ein günstigeres Haus außerhalb wäre hier die falsche Sparsamkeit.

Blick vom Hotelbalkon über die Dächer von Plaka in Athen
Blick vom Hotelbalkon, tagsüber etwas chaotisch, abends sehr eindrucksvoll

Athen mit Wetterdrama

Unser Plan war klar: direkt hoch zur Akropolis.

Nur leider hatte Athen andere Pläne mit uns. Auf Kreta war es am Tag zuvor noch sommerlich warm gewesen, hier kippte das Wetter komplett. Schwüle Luft, Gewitter und Regen, alles innerhalb weniger Stunden.

Also Plan B: ein Spaziergang durch Plaka, ein Abstecher zum Syntagma-Platz und natürlich in ein schickes Café in Athen, die sind doch deutlich moderner als auf Kreta.

Aber wir sind ja flexibel, also zum Plan B wechseln. Wer 22 Stunden hat und fest mit der Akropolis plant, hat bei Regen einen verlorenen Tag. Plaka, Monastiraki und die Markthallen funktionieren aber auch bei schlechtem Wetter. Plan B war klasse, und unsere ursprüngliche Planung haben wir drei Jahre später dann umgesetzt.

Update: 2022 waren wir mit dem Wohnmobil erneut in Athen und haben die Akropolis dann endlich ausführlich besichtigt.

Essen gehen in Athen: unser Zufallsfund

Nach drei Stunden durch die Stadt hatten wir richtig Hunger, schließlich hatten wir morgens auf Kreta nur gefrühstückt. Die Markthallen in Athen hatten schon geschlossen, also weiter.

In einer kleinen Seitenstraße roch es plötzlich unglaublich gut, und wir landeten in einer winzigen Kellertaverne ohne Schild. Einfach die Treppe hinunter, immer der Nase nach. Die Taverne liegt an einer Ecke, und wir haben die Treppe ohne das Schild „Taverna To Diporto“ genommen. Ernst musste sich natürlich bücken, um hier überhaupt hineinzukommen.

Eingang zu einer Kellertaverne in Athen
Hier ging es runter, kaum zu glauben, dass es hier etwas zu essen gibt

Drinnen war es richtig voll. Viele Marktbeschicker saßen nach Feierabend dort, außerdem Studenten aus Griechenland und aus aller Welt.

Wir bekamen ungefragt Kichererbsensuppe, Bohnensuppe, Brot, Wasser und Wein serviert. Salat konnten wir auch noch bestellen, aber der Fisch war leider schon aus. Hier wird täglich frisch gekocht, und wenn etwas weg ist, dann ist es eben weg. Hungern mussten wir trotzdem nicht.

Die Suppen waren einfach, aber unglaublich lecker. Genau solche Orte liebe ich auf Reisen. Wer allerdings Speisekarte, Bedienung auf Englisch und einen freien Tisch erwartet, ist hier falsch. Und das Witzige ist: 2022 waren wir nach der Besichtigung der Akropolis wieder bei den Markthallen. Und danach sind wir zielsicher, dank Ernst, denn ich verlaufe mich immer, zur Taverne gelaufen, diesmal rechtzeitig. Und es war wieder lecker und so gemütlich hier.

Innenraum einer traditionellen Kellertaverne in Athen
Später wurde es langsam leerer, wir waren zum Feierabend der Taverne da
Gäste und Wirt in einer Kellertaverne in Athen
Der Betreiber fand uns wohl nett und wollte direkt mit aufs Foto, mitsamt dem Basilikum aus der Küche

Abendstimmung mit Blick auf die Akropolis

Nach dem Essen liefen wir zurück zum Hotel und verbrachten den Abend auf der Dachterrasse. Genau deshalb hatte ich dieses Hotel gebucht, denn der Blick auf die beleuchtete Akropolis ist wirklich beeindruckend.

Beleuchtete Akropolis vom Hoteldach in Athen aus gesehen
Blick von der Dachterrasse auf die Akropolis
Akropolis bei Nacht in Athen
Akropolis bei Nacht

Das würde ich heute anders machen

Vier Dinge würde ich genauso wieder machen: Hotel in Laufnähe zu Monastiraki oder Syntagma, Taxi in beide Richtungen, kein einziges festes Ziel, sondern eine Möglichkeit für gutes und eine für schlechtes Wetter, und die Gepäckfrage vor der Buchung klären.

Eines würde ich ändern: mindestens zwei volle Tage einplanen. Wetterbedingt haben wir weniger gesehen als geplant, aber selbst bei Sonne wären 22 Stunden für Akropolis, Museum und Stadt zu wenig gewesen.

Häufige Fragen zum Zwischenstopp in Athen

Wie viel Zeit braucht man mindestens?

Eine Übernachtung, also etwa 20 Stunden. Bei kürzeren Aufenthalten geht zu viel Zeit für die Anfahrt verloren.

Wie kommt man vom Flughafen Athen ins Zentrum?

Mit der Metro-Linie 3 in etwa 40 Minuten bis Syntagma oder Monastiraki für 9 Euro pro Person, mit dem Flughafenbus X95 für 5,50 Euro oder per Taxi zum Festpreis von 40 Euro tagsüber und 55 Euro nachts, Stand 28.08.2026. Für die Flughafenstrecke gilt bei Metro und Bus ein Sondertarif, normale Tickets und Tageskarten gelten dort nicht. Zu zweit ist das Taxi also mehr als doppelt so teuer wie die Metro, dafür aber deutlich bequemer. Nachts fährt die Metro nicht.

Wo sollte man übernachten?

In Plaka oder rund um Monastiraki. Dort ist alles zu Fuß erreichbar, und viele Häuser haben Dachterrassen mit Blick auf die Akropolis.

Lohnt sich die Akropolis bei so kurzer Zeit?

Nur bei gutem Wetter und wenn Ihr früh dort seid. Rechnet mit Wartezeit am Eingang. Wer sie in Ruhe sehen möchte, verlängert den Zwischenstopp besser auf zwei Tage.

Kann man das Gepäck durchchecken lassen?

Bei einer durchgehenden Buchung meist ja. Bei getrennt gebuchten Flügen müsst Ihr den Koffer in Athen abholen und neu aufgeben.

Mein Fazit

Ein Zwischenstopp in Athen lohnt sich, wenn Ihr eine Nacht einplant und die Lage des Hotels über den Preis stellt. Wir haben wetterbedingt weniger gesehen als geplant, und trotzdem hat die Stadt uns begeistert.

Wenn Ihr Euren Kreta Urlaub gerade plant, entscheidet sich das übrigens schon bei der Wahl des Flughafens und der Verbindung. Wie wir das machen, steht hier:

Gratis für Eure Kreta-Planung:

Ihr wollt Euren Kreta Urlaub früh und entspannt planen, ohne unnötig Geld zu verbrennen? Meine ehrlichen Tipps zu Buchung, Budget und Planung ohne Stress habe ich Euch in meinem kostenlosen Kreta Guide zusammengestellt.

Das könnte Euch auch interessieren

Viel Freude bei Eurem nächsten oder auch ersten Besuch auf Kreta! Bis dann, Eure Franzi

* Werbung:

Einige Links in diesem Beitrag sind Affiliate-Links. Wenn Ihr darüber bucht oder einkauft, erhalte ich eine kleine Provision. Für Euch bleibt der Preis natürlich gleich. So unterstützt Ihr meine Arbeit und helft mir, weiterhin ehrliche Reiseberichte und hilfreiche Tipps zu teilen. Danke für Eure Unterstützung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner