Hallo Ihr Lieben,
manchmal reicht auf Kreta tatsächlich eine einzige Abzweigung.
Ihr fahrt auf einer dieser kleinen Nebenstraßen weiter, die fast alle anderen links liegen lassen, und plötzlich wird es still. Keine Reisebusse, keine Souvenirshops in Reihe und am Strand müsst Ihr nicht erst einen Slalom um fremde Handtücher laufen.
Genau darum geht es hier. Ihr möchtet Kreta erleben, aber bitte nicht ständig dort stehen, wo schon alle anderen stehen? Dann habe ich neun Orte für Euch, an denen Ihr Kreta abseits der Touristenmassen noch ziemlich entspannt erleben könnt.
Darunter sind kleine Küstenorte, Dörfer, ruhige Buchten und ein paar Ecken, für die Ihr schon ein bisschen weiterfahren müsst. Aber genau das ist auf Kreta oft der Trick.
Kreta abseits der Touristenmassen: worauf es wirklich ankommt
Wer Ruhe sucht, muss nicht automatisch ans Ende der Insel fahren und irgendwo wohnen, wo abends nur noch die Ziegen unterwegs sind.
Viel wichtiger ist etwas anderes: Die richtig vollen Orte liegen häufig dort, wo die Anreise bequem ist, große Hotels stehen und die bekanntesten Sehenswürdigkeiten gleich um die Ecke liegen.
Fahrt Ihr eine halbe Stunde weiter, nehmt eine kurvigere Straße oder haltet eben nicht am berühmtesten Strand der Gegend, kann Kreta plötzlich völlig anders aussehen.
Zwischen „Wo kommen denn all diese Menschen her?“ und „Hier ist ja überhaupt nichts los“ liegen manchmal nur ein paar Kilometer.
Und genau dieses Kreta mag ich.
Falls Ihr noch überhaupt nicht wisst, in welche Ecke der Insel Ihr eigentlich wollt: Das würde ich zuerst klären. Der Rest ergibt sich danach fast von allein.
Welche Region auf Kreta passt zu Euch? →
9 ruhige Orte auf Kreta im schnellen Überblick
Mochlos · Osten
kleines Dorf, Tavernen am Meer und Ruhe
Myrtos · Südosten
Dorfleben, Strand und entspannte Urlaubstage
Kalamaki · Süden
ruhiger Strandurlaub nahe Matala
Kamilari · Süden
traditionelles Bergdorf mit vielen Tavernen, Strand in der Nähe
Agios Georgios · Süden
kleine Bucht und ganz viel Ruhe
Frangokastello · Südwesten
weite Strände, Landschaft und Platz
Sougia · Südwesten
Wandern, Kiesstrand und Individualurlaub
Vamos · Westen
kretisches Dorfleben statt Strandtrubel
Falassarna · Westen
riesiger Sandstrand, auf dem sich die Leute verlaufen
Mein Tipp: Wenn Ihr mehrere dieser kleinen Orte und Buchten entdecken möchtet, würde ich einen Mietwagen nehmen. Nicht weil auf Kreta ohne Auto gar nichts geht, sondern weil Ihr damit genau die Freiheit habt, um die es in diesem Beitrag geht: einfach mal abbiegen.
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Der ruhige Osten: Mochlos und Myrtos
Kretas Osten wird bei der ersten Urlaubsplanung erstaunlich oft übersehen. Viele suchen zuerst rund um Heraklion, Rethymno oder Chania und kommen gar nicht auf die Idee, noch weiter Richtung Osten zu schauen.
Dabei lohnt sich genau das.
Mochlos
Mochlos ist klein. Sehr klein sogar. Ein paar Tavernen direkt am Wasser, davor die winzige vorgelagerte Insel und eine Atmosphäre, bei der man ziemlich schnell einen Gang herunterschaltet.
Wenn Ihr abends lieber am Meer sitzt und Tellerklappern hört als irgendein Animationsprogramm aus dem Hotel, schaut Euch Mochlos an.
Natürlich ist auch Mochlos längst kein unentdecktes Fischerdorf mehr. Aber es fühlt sich eben deutlich anders an als die großen Ferienorte.
Mochlos: Fotos und meine Tipps →
Myrtos
Myrtos liegt südlich von Ierapetra und ist einer dieser Orte, die ich sofort sympathisch fand. Weiße Häuser, Strand, Tavernen, ein bisschen Dorfleben und kein Grund, den ganzen Tag irgendetwas „abarbeiten“ zu müssen.
Wir waren schon häufiger dort und mögen diese entspannte Atmosphäre sehr.
Man kann morgens Kaffee trinken, irgendwann zum Strand gehen und den Rest des Tages ziemlich erfolgreich nichts Wichtiges erledigen. Für mich ist das durchaus ein Qualitätsmerkmal.
Was Ihr beim Osten bedenken solltet
Der Osten wird gern mit „zu weit weg“ abgehakt. Das stimmt aber nur, wenn Eure Unterkunft auf der anderen Seite der Insel liegt.
Wer sowieso im Osten oder Südosten wohnt, hat Mochlos, Myrtos und andere ruhige Orte praktisch vor der Haustür. Ihr müsst schließlich nicht jeden Kreta-Ausflug von Chania aus starten. Das wäre ungefähr so sinnvoll, wie in Hamburg zu wohnen und für jeden Tagesausflug erst einmal nach München zu fahren.
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Der Süden: Kalamaki, Kamilari, Agios Georgios, Frangokastello und Sougia
Der Süden ist meine Lieblingsseite Kretas. Das ist kein Geheimnis.
Er fühlt sich für mich an vielen Stellen ruhiger und ursprünglicher an als die großen Ferienregionen im Norden. Natürlich gibt es auch dort längst bekannte Orte. Aber eben auch diese kleinen Ecken, bei denen ich jedes Mal denke: Bitte bleibt einfach so.
Kalamaki in der Messara-Ebene
Kalamaki liegt südlich von Matala und ist für mich eine gute Alternative, wenn Ihr diese Ecke mögt, aber nicht mitten im Matala-Trubel wohnen möchtet.
Der Ort liegt direkt an einem langen Strand. Gleich daneben wartet der Komos Beach, und schon habt Ihr eine ziemlich gute Ausgangslage für Urlaubstage nach dem Prinzip: Frühstück, Meer, Taverne.
Viel komplizierter muss Urlaub manchmal wirklich nicht sein.
Matala: Tipps für Euren Ausflug →
Kamilari: das Dorf, das ich sofort wieder nehmen würde
Kamilari liegt ein Stück oberhalb der Messara-Ebene, nur rund zwei Kilometer vom Komos Beach entfernt. Und ehrlich gesagt ist das für mich eine der besten Kombinationen, die Kreta zu bieten hat.
Ihr wohnt in einem traditionellen Bergdorf, habt aber einen der schönsten Strände praktisch vor der Tür.
Wir waren 2020 eine Woche dort und einige Jahre später noch einmal. Was mich beide Male überrascht hat: Kamilari ist kein verschlafenes Nest. Es gibt richtig viele Tavernen, dazu einige Residenten, die dauerhaft dort leben, und trotzdem hat sich das Dorf seinen Charakter behalten.
Unsere Lieblingstaverne dort ist das Kipos, und Manolis und Susann haben hinter der Taverne noch 3 wunderschöne Ferienwohnungen, die wir natürlich auch schon mal für ein paar Tage gebucht haben.
Unterkünfte gibt es in Kamilari übrigens deutlich mehr, als man von außen vermuten würde. Das unterscheidet den Ort von den ganz kleinen Buchten weiter unten in dieser Liste.
Agios Georgios bei Agia Galini
Agios Georgios ist für mich noch einmal etwas anderes, weil ich diese kleine Bucht wirklich sehr mag. Man kann diesen schönen Ort in gut 90 Minuten zu Fuß erreichen, oder man fährt mit dem Mietwagen hin – oder mit dem Boot – siehe unten.
Zwei Tavernen, nur wenige Möglichkeiten zum Übernachten, Meer vor der Nase. Viel mehr passiert dort nicht.
Und genau das ist das Schöne.
Ihr sitzt am Wasser, schaut aufs Meer und irgendwann stellt Ihr fest, dass Ihr seit einer Stunde überhaupt nichts gemacht habt. Herrlich.
Frangokastello
Frangokastello wirkt schon durch die Landschaft anders als die meisten Küstenorte auf Kreta. Viel Platz, die alte Festung liegt direkt am Strand und es gibt lange Strandabschnitte, an denen sich die Besucher deutlich besser verteilen als an manchen berühmten Hotspots.
Ein Bekannter aus meinem Griechischkurs fährt seit rund 20 Jahren in diese Gegend. 2019 haben wir Frangokastello auf unserem Roadtrip durch Kreta besucht und sind 2 Nächte dort geblieben. Sehr relaxt war es dort.
Eine Sache solltet Ihr wissen: Dort kann der Wind ordentlich loslegen. Wenn Ihr Wind am Strand hasst, behaltet das im Hinterkopf. An einem richtig heißen Sommertag kann dieselbe Brise allerdings plötzlich sehr willkommen sein.
Sougia
Sougia hat uns 2024 ziemlich überrascht – wir kannten zwar Paleochora – aber von Sougia hatten wir bis dahin nur gelesen. Hier geht auch der E4 Wanderweg längs.
Wir waren mit unserem Wohnmobil dort und blieben ein paar Nächte. Vor allem diese Ruhe ist mir hängen geblieben.
Dabei ist Sougia keineswegs ausgestorben. Es gibt Unterkünfte, Tavernen, einen langen Kiesstrand und viele Möglichkeiten zum Wandern. Es gibt genug Auswahl, aber nicht zu viel. Und genau diese Mischung finde ich ausgesprochen angenehm. Und das Dorf lebt auch im Winter – auch wenn es abgelegen liegt.
Bei kleinen Orten würde ich nicht ewig mit der Buchung warten
Hier kommt der Haken an der Sache mit den kleinen, ruhigen Orten: Es gibt dort eben auch weniger Unterkünfte.
Wenn Ihr Euch also ganz bewusst für einen bestimmten Ort entschieden habt und vielleicht auch noch ein bestimmtes Apartment oder Hotel möchtet, würde ich nicht darauf setzen, zwei Wochen vorher noch die komplette Auswahl zu haben.
Flexibel sein ist gut. Zu spät kommen ist etwas anderes.
Ob früh buchen bei Kreta am Ende wirklich günstiger ist, steht auf einem anderen Blatt. Das habe ich mal in Ruhe durchgerechnet.
Kreta günstig buchen: Wann sich der Herbst rechnet →
Ihr wisst nicht, welcher der neun Orte zu Euch passt?
Schreibt mir einfach. Sagt mir, wie Ihr sonst Urlaub macht: Braucht Ihr abends Auswahl beim Essen, wollt Ihr laufen oder wandern können, oder ist Euch Ruhe wichtiger als alles andere? Dann sage ich Euch ehrlich, welchen der Orte ich an Eurer Stelle nehmen würde und welchen auf keinen Fall. Vamos ist zum Beispiel wunderbar und für viele trotzdem die falsche Wahl, weil eben kein Strand vor der Tür liegt.
Sagt mir kurz Bescheid, bevor Ihr bucht, dann schicke ich Euch den Link. Für Euch bleibt der Preis gleich, und für mich ist die kleine Provision die einzige Bezahlung für diese Arbeit.
Der Westen: Vamos und Falassarna
Vamos
Vamos liegt im Hinterland von Chania und ist kein klassischer Badeort. Genau deshalb gehört der Ort für mich in diese Liste.
Alte Steinhäuser, enge Gassen, Tavernen und kretisches Dorfleben. Keine fünf Reihen Sonnenliegen und kein Strandprogramm nötig.
Vamos zeigt ganz schön, dass „Kreta abseits der Touristenmassen“ nicht automatisch einsamer Strand bedeuten muss.
Manchmal reicht ein Dorf, in dem der Alltag noch wichtiger ist als der Urlaub.
Vamos: Urlaub abseits der Touristenpfade →
Falassarna
Jetzt kommt der Ort, der eigentlich gar nicht auf so eine Liste gehört. Falassarna ist bekannt, und ja, dort ist einiges los.
Trotzdem nehme ich ihn mit rein, und zwar wegen einer Sache: Der Strand ist schlicht riesig. Die Leute verlaufen sich dort so gut, dass es sich am Ende weniger voll anfühlt als an mancher kleinen Bucht, an der drei Reisebusse gleichzeitig halten.
Wir waren 2019 auf unserem Kreta-Roadtrip im Juni dort und haben in den Magnolia Appartments gewohnt. Kann ich uneingeschränkt empfehlen.
Ein praktischer Punkt kommt dazu: Die Anreise ab Chania ist unkompliziert. Wenn Ihr im Westen unterwegs seid, müsst Ihr für Falassarna also keine halbe Tagesreise einplanen.
Wenn es Euch trotzdem zu bekannt ist: Dann würde ich mir Paleochora an der Südwestküste ansehen. Kleiner Ort, mehrere Strände, und deutlich weniger Tagesbesucher als Falassarna.
Für wen das nichts ist
Ich sage es lieber direkt: ruhig ist nicht automatisch schön.
Wenn Ihr abends gern die Wahl zwischen mehreren Tavernen habt und Euch nach zwei Tagen Bucht langweilt, werdet Ihr in Agios Georgios nicht glücklich. Das ist keine Kritik an Euch. Das ist einfach eine andere Art Urlaub.
Und ohne Mietwagen wird es an den meisten dieser Orte zäh. Busse fahren, aber selten genau dahin, wo es besonders schön ist.
Was ich daraus gelernt habe
Der berühmteste Strand ist nicht automatisch der Ort, an dem Ihr den schönsten Urlaubstag verbringt.
Manchmal ist es tatsächlich die kleine Bucht eine Ortschaft weiter.
Oder das Dorf, dessen Namen Ihr vorher noch nie gehört habt.
Ein Blick auf die Karte und ein bisschen Neugier bringen Euch auf Kreta oft weiter als die nächste Top-Ten-Liste.
Häufige Fragen zu Kreta abseits der Touristenmassen
Wann sind ruhige Orte auf Kreta besonders schön?
Ich mag dafür besonders den Frühsommer und den Herbst. Dann fühlt sich vieles entspannter an als im Juli und August, und für Ausflüge oder Wanderungen sind die Temperaturen oft angenehmer.
Im August würde ich allerdings auch bei kleinen Orten nicht automatisch mit menschenleeren Stränden rechnen. Schließlich machen auch die Griechen selbst sehr gerne Urlaub auf ihrer Insel.
Brauche ich für diese Orte einen Mietwagen?
Wenn Ihr mehrere davon besuchen möchtet: aus meiner Sicht ja.
Natürlich fahren auf Kreta Busse. Aber nicht jede kleine Bucht und jedes Dorf lässt sich damit bequem erreichen. Und genau diese spontane Abzweigung unterwegs funktioniert mit dem eigenen Mietwagen nun einmal deutlich besser.
Die Preise schwanken je nach Reisezeit ordentlich, deshalb schaut am besten selbst nach.
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Welcher ruhige Ort eignet sich für den ersten Kreta Urlaub?
Wenn Ihr ruhig wohnen möchtet, aber Restaurants, Strand und etwas Infrastruktur wichtig findet, würde ich mir Myrtos, Kalamaki oder Kamilari genauer ansehen.
Mochlos ist interessanter, wenn Ihr bewusst weiter weg von den klassischen Urlaubszentren sein möchtet.
Vamos passt wiederum gut, wenn Euch Dorfleben wichtiger ist als ein Hotel direkt am Strand.
Sind die ruhigen Orte auch für Familien geeignet?
Einige schon. Kamilari ist dafür ein gutes Beispiel: Dorf zum Wohnen, Strand in zwei Kilometern Entfernung und genügend Tavernen für jeden Abend. Frangokastello kann mit seinen flacheren Strandabschnitten interessant sein, und Myrtos verbindet einen kleinen Ort mit Strand und Ausflugsmöglichkeiten drumherum.
Bei Agios Georgios solltet Ihr dagegen wissen, dass es dort außer der Bucht und zwei Tavernen wirklich nichts gibt.
Sind diese Orte völlig abgeschieden?
Nein. Und das ist für mich gerade das Angenehme.
Ruhig heißt auf Kreta nicht automatisch, dass Ihr abends mit Taschenlampe und ohne Taverne in der Nähe dasitzt.
Myrtos, Kalamaki, Kamilari oder Sougia haben genügend Tavernen und Unterkünfte für einen entspannten Urlaub. Sie fühlen sich nur eben ganz anders an als die großen Ferienzentren, die überwiegend im Norden liegen.
Ist es schwer, dort eine Unterkunft zu finden?
Schwer nicht, die Kreter leben schließlich vom Tourismus. Die Auswahl ist nur deutlich kleiner als in den großen Ferienorten.
Ihr findet dort häufiger Apartments, Pensionen und kleinere Unterkünfte statt riesiger Hotelanlagen. Wenn Ihr einen bestimmten Ort unbedingt möchtet, würde ich deshalb lieber früher als zu spät schauen.
Mein Fazit: Für das ruhige Kreta müsst Ihr manchmal einfach weiterfahren
Kommen wir zurück zu der kleinen Abzweigung vom Anfang.
Ihr müsst nicht bis ans Ende der Welt fahren, um Kreta abseits der Touristenmassen zu erleben.
Aber Ihr müsst manchmal bereit sein, dort weiterzufahren, wo andere umdrehen. Oder eben an dem berühmten Parkplatz vorbeizufahren und zu schauen, was ein paar Kilometer später kommt.
Mochlos, Myrtos, Kalamaki, Kamilari, Agios Georgios, Frangokastello, Sougia, Vamos und Falassarna sind neun ziemlich unterschiedliche Möglichkeiten dafür.
Und bitte plant nicht jeden Urlaubstag komplett durch. Lasst ein bisschen Platz für genau diese Abzweigungen.
Das sind nämlich oft die Orte, von denen man hinterher am längsten erzählt.
Und genau das ist für mich das Kreta, in das ich mich damals verliebt habe. Das ist echt so klasse.
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Viel Freude bei Eurem nächsten oder vielleicht sogar ersten Besuch auf Kreta!
Bis dann,
Eure Franzi
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